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Die Tiere Afrikas

Kunst und Kultur in Südafrika

Als „the rainbow people of God“ (Gottes Regenbogenmenschen) beschrieb der Kapstädter Erzbischof Desmond Tutu die südafrikanische Bevölkerung aufgrund ihrer ethnischen, sprachlichen und kulturellen Vielfalt.

Südafrika unterscheidet sich in seiner Bevölkerungsstruktur und Entwicklung grundlegend von den afrikanischen Staaten. Ebenso vielfältig und unterschiedlich entwickelte sich die Kunst und Kultur Südafrikas.

In Südafrika konnte sich eine spannende Kunstszene etablieren, die auch internationale Anerkennung findet. Galerien in den großen Städten zeigen Ausstellungen lokaler Künstler und Künstlerinnen. Seit zwei Jahren gibt es in Johannesburg auch eine eigene Kunstmesse mit dem Namen Joburg Art Flair.

Südafrikanische Künstler befinden sich heute in einer herausfordernden Lage, die zu kritischen Fragen drängt:,

  • zu den politischen Konflikten Südafrikas,
  • zum Thema HIV/ AIDS,
  • zur eskalierenden Situation krimineller Gewalt,
  • zu den immer größer werdenden sozialen Unterschieden aber auch
  • zu globalen Entwicklungen.

Kunst aus Afrika, insbesondere Südafrika, ist in den vergangenen Jahren von europäischen Museen und Ausstellungshäusern entdeckt und thematisiert worden. Eine umfassende Integration in den immer noch eurozentristischen und US-fokussierten Kunstdiskurs hat langsam begonnen.

Fotografie

Mit Jürgen Schadeberg und Pieter Hugo besitzt Südafrika zwei international bekannte und populäre Gegenwartsfotografen.

Jürgen Schadeberg war im Johannesburg der 1950er und 1960er Jahre als Fotograf des DRUM Magazins stilprägend für eine neue Generation junger Fotografen, die den großstädtischen Alltag festhielten. Das DRUM Magazin war unfreiwilliger Pate – wurden doch eher der Glamour, die Sinnlichkeit und die Verlockungen der Konsumwelt gepriesen.

Ernest Cole

Das DRUM Magazin gab den jungen Fotojournalisten, wie Ernest Cole und Sam Nzima, die Möglichkeit sich auszuprobieren und das Alltagsbild kritisch zu hinterfragen.

Coles Fotoband „House of Bondage“ eröffnete dem Betrachter einen tiefen Einblick in die Apartheid und zeigte die Zumutungen und Schikanen des Alltags einer schwarzen Bevölkerung auf. Coles Fotoband erschien in den USA und er selber musste Südafrika nach der Veröffentlichung verlassen.

Sam Nzima

Derselben Repression von Staatsseite aus sah sich Sam Nzima ausgesetzt, der mit dem Bild des sterbenden Schülers Hector Pieterson während des Aufstandes in Soweto 1976, eine Ikone des Fotojournalismus schuf. Für Nzima bedeutete dies das faktische Berufsverbot.

Pieter Hugo

Von diesen Vätern der Fotografie Südafrikas inspiriert wagt Pieter Hugo den Schritt heraus aus dem Fotojournalismus und begibt sich mit seinen Arbeiten auf das Terrain der zeitgenössischen Fotografie. Seine Arbeiten finden in ganz Afrika statt. In ihnen beschreibt er Missstände und Armut wie seine bereits erwähnten Lehrer, jedoch benutzt er eine eigene Bildästhetik, die Parallelen zur Malerei und speziell zum Portrait aufweist.

Die Skulpturen von Sibusiso Mbhele und Jane Alexander

Das Spektrum zeitgenössischer südafrikanischer Künstler umfasst neben Malerei, Zeichnungen und Fotografien auch Installationen und Videokunst. Die Werke aus Südafrika stammen von Künstlern der jungen Generation und bieten als Überblick ein Spektrum aktueller Themen und Produktionsformen. Zu diesen Künstlern zählt vor allem Jane Alexander und der eigenwillige Sibusiso Mbhele.

Jane Alexander und Sibusiso Mbhele realisieren die Träume und Visionen des südafrikanischen Landes. Während Mbhele diesen Träumen Flügel verleiht und aus unzähligen Schrottgegenständen originalgroße Hubschrauber und Flugzeuge zusammenschweißt, spiegeln Jane Alexanders bildstarke Skulpturen die gewaltvolle politische Geschichte Südafrikas wieder und geben der Fragilität einer multikulturellen Gesellschaft Gestalt.

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Quellen: Hayes, Patricia: Macht, Geheimhaltung, Nähe: Eine Geschichte der südafrikanischen
Fotografie; In: Zeitgenössische Fotokunst aus Südafrika, 2007, Berlin/ Köln
James Dalrymple (Hrsg.): Africa Remix – Contemporary Art of a Continent, 2006, Düsseldorf