Sheep on a cultivation field with mountains in the background (Lesotho) ©Christian - Fotolia

Kultur und Sehenswürdigkeiten in Lesotho

Das Königreich Lesotho, dessen Staatsgebiet vollkommen von Südafrika umgeben ist, ist mit einer Fläche von ca. 30.355 km² ungefähr so groß wie Belgien. Aufgrund der Höhenlage des Maluti-Gebirgsmassiv, das etwa drei Viertel der Landfläche einnimmt, wird es auch Königreich im Himmel genannt.

Lesotho bedeutet übersetzt Land der Sotho-sprechenden Menschen.

Geographie und Klima

Geographie und Klima in Lesotho

Wie auch Swasiland ist Lesotho ein Binnenland und vollständig von Südafrika umgeben. Seine Größe entspricht mit 30.355 km² etwa der Belgiens. Das Königreich grenzt im Osten an KwaZulu-Natal, im Süden an die Provinz Eastern Cape und im Norden und Westen an die Provinz Freistaat.

Aufgrund seiner Höhenlage wird es auch „Das Königreich im Himmel“ genannt. Im Westen des Landes erreicht das Hochplateau (Highveld) eine Höhe von bis zu 1.700 Meter. Weitere Plateaus und Berge aus Basalt ragen im Westen bis 2.000 Meter auf und sind von zahlreichen Bergketten und tiefen Flusstälern durchzogen. Der höchste Berg des Landes und auch des gesamten südlichen Afrika, ist der Thabana Ntlenyana mit 3.482 Meter. Der Zusammenfluss von Oranje und Makhaleng bildet den tiefsten Punkt des Landes auf einer Höhe von 1.400 Meter.

In Lesotho entspringen die für die gesamte Region wichtigen Flüsse Oranje und Caledon, deren Flussläufe interessante Canyons mit Wasserfällen und Stromschnellen gebildet haben. Der Maletsunyane Wasserfall ist der zweithöchste Wasserfall Südafrikas. Sein ununterbrochener Wasserfall mit 192 Metern Länge macht ihn sogar zum höchsten ununterbrochenen Wasserfall in ganz Südafrika.

Das gemäßigt warme Klima weist infolge der Höhenlage große tägliche und jährliche Temperaturschwankungen auf. Die Extremwerte liegen zwischen 35 °C im Südsommer und -15 °C im Südwinter. Hier kann in großen Teilen des Landes auch Schnee fallen – während in den Hochgebirgslagen ganzjähriger Schneefall möglich ist.

Die Niederschläge fallen überwiegend (85%) im Sommer und erreichen im Vorland 500-800 mm, in den Bergen bis zu 2.000 mm. Dies hat zur Folge, dass die Landschaft während der Wintermonate oft austrocknet. Die natürliche Vegetation beschränkt sich in den Hochlagen auf Bergweiden und Torfmoore, in tieferen Lagen auf Grasflure mit niedrigem Gebüsch.

Geschichte

Die Geschichte Lesothos

Wie die meisten ethnischen Gruppen in der Region, sind auch die Sotho (als Namensgeber für Lesotho) der Gruppe der Bantuvölker angehörig. Um sich gegen die Einverleibung in den Machtbereich von Shaka Zulu zur Wehr zu setzen und um die großen Vieherden gegen räuberische Banden zu schützen, war die Schaffung des eigenen Sothostaates „Basutholand“ notwendig geworden und wurde unter König Moshoeshoe zu Beginn des 19. Jahrhunderts vollzogen. In der bergigen Region konnten auch Dürreperioden unbeschadet überstanden werden und die Lage erbrachte sogar einen gewissen wirtschaftlichen Vorteil gegenüber anderen Völkern.

Durch die Expansion der Buren und die Interessen der britischen Kolonialisten, kam es in der Folge des 19. Jahrhunderts zu kämpferischen Auseinandersetzungen, so 1851-1852 gegen die Briten und 1858-1859 gegen die Buren, welche unter Moshoeshoe gewonnen werden konnten. Einem erneuten Angriff der Buren 1865 konnte das Sotho Reich jedoch nicht standhalten und musste einen Großteil seiner ertragreichen Gegenden an den Oranje Freistaat abgeben. Bevor die Buren allerdings das gesamte Basuto Reich einnehmen konnten, griffen die Briten ein und stellten 1868 das Königreich unter britisches Protektorat und schlossen dies nach dem Tod Moshoeshoe ihrer Kapkolonie an.

Während der Kolonialzeit, welche bis 1966 andauerte, erlangte das Basuto Volk keine politische Vertretung im Parlament der Kapkolonie, was immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten führte.

Nach dem zweiten Weltkrieg gründeten sich Unabhängigkeitsbewegungen und 1960 konnten, mit der Unterzeichnung einer Kolonialverfassung, die ersten Wahlen abgehalten werden. Bei den zweiten Wahlen gewann die BNP (Basotho National Party) unter Leabua Jonathan und führte das Land 1966 in die Unabhängigkeit. Seit dieser Zeit ist Lesotho eine konstitutionelle Monarchie.

Nach dem Wahlsieg der BCP (Basotho Congress Party) 1970 unter Ntsu Mokhelele setzte Premierminister Jonathan die Verfassung außer Kraft und begann einen gewalttätigen Kampf gegen die Opposition und deren Angehörige, welche sich mit dem König Moshoeshoe II ins Exil absetzten und eine Exilregierung ausriefen, die jedoch unbedeutend blieb.

Durch den Verdacht Lesotho unterstütze den ANC, begann Südafrika Sanktionen zu verhängen und Lesotho 1982 anzugreifen. In der Folge begann ein unblutiger Militärsturz, der den Premierminister aus dem Amt trieb und den König wieder inthronisierte.

Gesellschaft

Lesotho und seine Gesellschaft

Die Sotho haben eine reiche Kultur an Poesie, Gesängen, Tänzen und Erzählungen.

Es gibt die lithoko – Lobpreisungen, lifela – Gesänge über die harte Arbeit der Wanderarbeiter und auch tumellano – harmonische Gesänge größerer Gruppen.

Die Gesellschaftsstruktur des Sotho ist traditionell hierarchisch geregelt. An oberster Stelle steht der König, ihm folgen die Chiefs, Subchiefs und Häuptlinge. Obwohl Lesotho eine vom König unabhängige demokratische Regierung hat, stellt diese Hierarchie jedoch eine gewisse soziale Macht und Regelung dar.

Der Großteil der Bevölkerung Lesothos sind heute Christen. Manche praktizieren aber noch ihre alte Religion, die sie mit den Tswana (Botswana) gemein haben. Hierbei geht es vor allem um die Verehrung der Ahnen und die Opferung von Gaben für Hilfe, Glück und Gesundheit.

Im Gegensatz zur traditionellen und dörflichen Kultur steht das städtische Leben, welches stark von westlichen Einflüssen geprägt ist. Besonders in Maseru und an der Universität in Roma findet man ein deutliches Abweichen von herkömmlichen traditionellen Werten.

Wirtschaft und Politik

Lesotho: Wirtschaft und Politik

Lesothos politische Geschichte ist geprägt von Militärputschen, Verfassungsänderungen, Inthronisationen und blutigen Auseinandersetzungen zwischen Herrschenden und Oppositionellen sowie einem ständigen Spiel mit dem Königtum. Nach vielen Verfassungsänderungen legte die aktuelle Verfassung von 1993 die Staatsform des Landes als parlamentarische Monarchie mit einem Zweikammerparlament fest – einem Oberhaus/Senat und einem Unterhaus/Nationalversammlung. Hierbei wird das Unterhaus/Nationalversammlung vom Volk in freien und demokratischen Wahlen gewählt. Die Mitglieder des Oberhaus/Senat können ihre Sitze vererben oder vom König bestimmt werden.

Seit 1998 amtiert als Premierminister Bethuel Pakalitha Mosisili von der LCD (Lesotho Congress for Democracy). Nachdem seine Partei zur Regierungsbildung beauftragt worden war, kam es erneut zu blutigen Auseinandersetzungen mit oppositionellen Rebellen, welche aber durch das Eingreifen von Truppen aus Südafrika und Botswana stabilisiert werden konnten.

Auch bei den Wahlen von 2007 konnte Premierminister Mosisili erneut mit seiner LCD, trotz mancher Stimmenverluste, die Wahl gewinnen. Mosisili bleibt als Premierminister der Vorsitzende der Regierung und des Kabinetts. Der konstituellen Verankerung einer Monarchie zum Trotz, hat der König (seit 1996 Letsi III) ausschließlich repräsentative Funktionen. Das Einmischen in politische Vorgänge ist ihm laut Verfassung untersagt. Über den König kann weiterhin ein sogenannter Stammesrat entscheiden – er kann seine Absetzung oder auch die Nachfolge klären, obwohl diese erbrechtlich entschieden werden muss.

Lesotho gehört, gemessen am pro Kopf Einkommen der Bewohner, zu einem der ärmsten Länder der Welt. Für Lesotho ist die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftsfaktor – hier sind 60% der Bevölkerung tätig und dieser Sektor produziert etwa zwei Drittel des volkswirtschaftlichen Gesamteinkommens. Es wird Subsistenzwirtschaft betrieben – gewirtschaftet wird also ausschließlich für die eigene Ernährung. Andere Beschäftigungsmöglichkeiten bieten, neben dem Tourismus, noch die Minenarbeit in Südafrika, welche nach dem Zusammenbruch der Apartheid drastisch zurückging, und weitere kleine verarbeitende Betriebe.

Als Exportgüter gelten Schuhe, Kleidung, Fahrzeuge, Wolle, Tiere und Strom. Elektrizität wird im Hochland von Lesotho erzeugt und soll in den nächsten Jahren zum Exportschlager ausgebaut werden. Jedoch sind die Einnahmen aus dem Exportgeschäft sehr gering – im Gegensatz zu den Ausgaben beim Import. Hier werden Nahrungsmittel, Baumaterialien, Maschinen und pharmazeutische Produkte eingekauft.

Dies geschieht größtenteils aus den SACU-Ländern, den Mitgliedern der South African Customs Union. Die hier vereinten Länder Südafrikas – Namibia, Botswana, Südafrika, Swasiland und Lesotho – befinden sich in der sogenannten Rand Monetary Area, dem Gebiet, in dem der südafrikanische Rand als Leitwährung fungiert und von allen Ländern des Bundes anerkannt wird.

Ethnien

Die verschiedenen Ethnien in Lesotho und ihre Kultur

In Lesotho findet man, wie auch in Swasiland, eine kulturell nahezu homogene Gesellschaft vor. Die Sotho (Basuto) stellen mit einem Anteil von 99% praktisch die gesamte Bevölkerung des Landes. Ihre Sprache „Sesotho“ bildet mit Englisch die Amtssprache Lesothos. In der Völkerkunde wird angenommen, dass die Sotho schon seit mehreren tausend Jahren im südlichen Afrika zu Hause sind. Das Entstehen ihrer ethnischen Identität geht auf den König Moshoeshoe zurück, der sein Volk, bestehend aus vielen Einzelstämmen, erstmals im Kampf gegen den Zulu König Shaka vereinte.

Die Sothos bestehen aus drei geographischen Gruppen. Die südlichen Sothos gründeten das Königreich Lesotho und leben auch dort. Die westlichen Sothos, auch Tswana genannt, leben heute überwiegend in Botswana. Die nördlichen Sotho leben heute aufgeteilt in den Provinzen Nord-West, Limpopo, Mpumalanga und Gauteng (ehemals Transvaal), in der Nähe des Swasilandes. Kleine ethnische Minderheiten des Landes sind ferner die Zulu, Xhosa, Europäer und Asiaten.

Die Sotho waren und sind Bauern, was sich in ihren traditionellen Wohngegebenheiten wiederspiegelt. Hier bildet das Dorf das kulturelle und traditionelle Zentrum des Sotho. Um die Dörfer herum befinden sich die Felder der Dorfbewohner, um deren Verteilung sich der Dorfvorsteher kümmert.

Lesotho Sehenswürdigkeiten

Gerade die Region Buthe-Buthe District in Lesotho ist eine Reise wert. Wunderschöne Wanderwege in den Maloti-Bergen im Norden des Landes bieten Möglichkeiten, die Gegend zu Pferde zu erkunden.

Thaba Bosiu ist eine alte Sotho-Festung und beherbergt in der Umgebung das wichtigste Kulturdenkmal im Land – den Königsfriedhof. Hier befinden sich die Ruhestätten aller Könige, Würdenträger und Häuptlinge seit Beginn der Regentschaft von König Moshoeshoe I.

Auch trifft man hier auf die Wurzeln des Nationalsymbols – den Felsen Qiloane. Dieser wird in seiner Form vom mokorotlo-Hut nachempfunden – kegelförmig, aus gewebtem Stroh und mit einem gewaltigen Knoten abschließend. Diese Form stand Modell als Symbol für die Nationalflagge und auch für Autokennzeichen.

Interessant ist auch, dass es sogar ein Skigebiet im Mahlasela-Tal gibt.

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